Die Schlösser im Loire-Tal

Die bedeutendsten Schlösser im Loire-Tal liegen in dem Streckenabschnitt zwischen Blois und Anger. Die Schlössertour verläuft im Flußtal und ist von der Topographie flach.

In der Hauptsaison ist dieser Abschnitt stark frequentiert, sodass sich gelegentlich schon deshalb ein Ausweichen in die Täler der Loire-Nebenflüsse anbietet.
Aber auch unabhängig von der Besucherdichte bieten die Täler der Nebenflüsse häufig die attraktivere Alternative. Dies gilt insbesondere für

Grundsätzliche bietet sogar das Tal des Loir für diesen Streckenabschnitt eine Alternative zum Loire-Tal.

Die Gesamtlänge (im Loire-Tal) trägt ca. 620 km.

Blois

Die Hauptstadt des Departement Loir-et-Cher hat ca. 52 000 Einwohner und liegt auf zwei Hügel am rechten Ufer der Loire. Blois wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den Folgejahren wieder behutsam aufgebaut. Das Schloß liegt im Zentrum der Stadt und besteht aus vier sehr unterschiedlichen Baugruppen. Der älteste Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es wirkt dadurch relativ uneinheitlich.
Besonders attraktiv ist eine Rundfahrt durch die z.T. steilen Gassen der Altstadt, in der sich zahlreiche sehenswerte Gebäude aus der Glanzzeit Blois finden lassen.
Von der "Pont Jacques Gabriel", der Loire-Brücke bietet sich ein großartiger Blick auf die Stadt.


Blick auf Blois


Chambord

Das Schloß gehört zu den am stärksten besuchten Touristenzielen in Frankreich. Dementsprechend hektisch und geschäftig ist die Atmosphäre rund um das Schloß. Der überdimensionierte Gebäudekomplex (156 m lang, 117 m breit) ist keinesfalls das schönste der Loire-Schlösser. Das Schloßinnere ist eher entäuschend. Besondere Anziehungspunkte des Baues sind die große Wendeltreppe mit ihrem doppelten Umlauf und die Dachterrasse mit steilen Dächern, Laternen, Kaminen und Türmchen.
Der "Parc de Chambord" ist ein über 5000 Hektar großes Jagdrevier, das von einer 32 Kilometer langen Mauer umgeben ist.


Schloß Chambord


Amboise:

Amoise ist ein schönes, altes Städtchen mit ca. 11 000 Einwohnern am linken Loire-Ufer. Das Schloß Amoise kann besichtigt werden; die Besichtigung ist auch lohnend. Vom Schloß hat man einen sehr schönen Blick in das westliche Loire Tal.

Besonderheit: Im Juli und August findet das sogenannte "Spectacle Renaissance" mit ca. 400 Darstellern auf der Schloßterrasse statt.


Schloß Amboise


Tours:

Die Hauptstadt des Departement Indre-et-Loire hat ca. 150 000 Einwohner und ist auch Zentrum der historischen Landschaft Touraine. Tours war einmal Hauptstadt von Frankreich. Die Stadt liegt an beiden Ufern der Loire.

Im Sommer gibt es einen attraktiven Blumen und Gewürzmarkt. Der Altstadtbereich wurde nach dem zweiten Weltkrieg wieder schön restauriert.


Saumur:

Saumur hat ca. 30 000 Einwohner und liegt direkt am Fluß. Die Stadt wurde im zweiten Weltkrieg sehr stark beschädigt. In den Folgejahren aber wieder sehr behutsam aufgebaut. Heute kann man sich kaum noch vorstellen wie Saumur nach dem zweiten Weltkrieg ausgesehen hat. Hauptsehenswürdigkeit ist das Schloß, das sich auf einem Felsvorsprung hoch über der Stadt befindet. Das Gebäude in seiner heutigen restaurierten Gestalt stammt aus dem 14. und 16. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind weiterhin die Kirchen "Notre-Dame-de-Natilly" und "St.-Pierre" (12. und 17. Jh.) sowie das Altstadtviertel.
Saumur ist ein Zentrum der Schaumweinhestellung und des Champingonanbaus. Die Champingons werden in den Tuffsteinhöhlen der Region kultiviert.


Schloß Saumur


Angers:

Angers ist die Hauptstadt des Departement Maine-et-Loire und hat ca. 140 000 Einwohner.
Angers liegt nicht an der Loire sondern an der Maine, einem kleinen Nebenfluß der Loire. Auch Angers wurde in zweiten Weltkrieg starkt zerstört und dann wieder recht behutsam aufgebaut.
Heute ist die Stadt wichtiger Standort der französischen Computer Industrie.

Das mächtige Schloß aus dem 13. Jahrhundert mit seinen 17 Rundtürmen erhebt sich auf einem Felsplateau hoch über den Fluß Maine. Inmitten der Altstadt steht die Kathedrale "St.- Maurice" (12. und 13. Jahrhundert). Sehenswert sind weiterhin das "Maison d'Adam" hinter der Kathedrale, ein Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert, das "Logis Pincé" in der Rue Lenepveu, das das "Musée Turpin de Crissé" und das "Musée Jean Lurcat".


Schloß Angers


Nantes:

Nantes ist die Hauptstadt der Region Pays de la Loire und des Département Loire-Atlantique. Die Stadt hat ca. 250 000 Einwohner.
In Nantes wurde 1598 das "Edikt von Nantes" verkündet, das den Protestanten Religionsfreiheit gewähren sollte. Obwohl Nantes heute immer noch den fünftgrößten Hafen Frankreichs besitzt, ist seine Bedeutung für den Handel zurückgegangen, da die heutigen Seeschiffe mit ihrem großen Tiefgang die Loire nicht mehr passieren können und bereits in St.-Nazaire gelöscht werden.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das Herzogsschloß, das sich am östlichen Rand der Altstadt befindet. Es ist ein mächtiger Gebäudekomplex. In der Anlage sind verschiedene Museen untergebracht (Regional-, Schiffahrts- sowie Schmiedeeisen- und Keramikmuseum). Die nördlich des Schlosses stehenden Kathedrale "St.-Pierre" zeigt trotz ihrer langen Bauzeit (1134 bis 1893) eine erstaunliche architektonische Einheitlichkeit. Lohnend ist ein Rundfahrt durch die verschiedenen Viertel der Innenstadt, die nach den Zerstörungen im zweiten Weltkrieg zum Teil originalgetreu restauriert wurden.


Botanischer Garten in Nantes


Tal des Cher

Als Alternative zur Strecke Orleans - Blois - Amboise - Tours bietet sich das Tal des Cher an. Man wechselt dann von Orleans über Lamotte und Beuveron nach Vierzon an den Cher.

Vierzon

Vierzon ist ein kleines Städtchen mit ca. 30 000 Einwohnern. Sehenswert sind die Gärten von Vierzon im Zentrum der Stadt.

St.Aignan

Bei St.Aignan findet man noch Höhlenwohnungen.

Chenonceau

Das Schloß wurde in seiner heutigen Form ab 1513 erbaut. Der ältere Hauptteil ist auf quadratischem Grundriß im Fluß Cher errichtet, dem sich ein großzügiger Anbau auf Brückenbögen, die den Fluß überspannen, anschließt. Die Anlage wird auch "Schloß der Frauen" genannt, da berühmte Königinnen und Mätressen in seinen Gemäuern lebten,
Es gehört wohl zu den schönsten Schlössern im Loire-Tal.
Der Weg zum Schloß verläuft durch eine wunderschöne Allee und führt über eine Zugbrücke.
Eine Besonderheit stellen auch die beiden Schloßgärten dar.
Das in Privatbesitz befindliche Schloß kann besichtigt werden. In der Hauptsaison muß man sich allerdings auch einen starken Besucherandrang einrichten. Ungeachtet dessen ist die Besichtigung überaus lohnend.


Tal des Indre

Als Alternative zur Strecke Orleans - Blois - Amboise - Tours dem Tal des Cher bietet sich das Tal des Indre an. Man wechselt dann von Orleans über Lamotte-Beuveron, Vierzon und Issoundun nach Châteauroux an den Indre.

Châteauroux

Châteauroux ist eine kleine Stadt mit ca. 51 000 Einwohnern. Sehenswert sind die Reste der Befestigungsanlage und das Château-Raoûl.

Loches

Loches ist eine alte Festungsstadt, hat ca. 70 000 Einwohner und gilt als einer der beindruckensten Orte ganz Frankreichs.
Der gewaltige Wehrturm aus dem 11. Jahrhundert mit seinen Kerkern und Verliesen wirkt auch heute noch beeindruckend bis beängstigend auf die Besucher.

Loches ist im Gegensatz zu vergleichbaren Orten im Loire-Tal frei von Besuchermassen und bietet dem Besucher vergleichbare historische Bauen.

Besonderheit: Mittwochs ist im Sommer ist Markttag mit wunderschönen Marktständen.

Azay-le-Rideau:

Das kleine Städtchen mit seiner romanischen Schloßanlage aus dem 16. Jahrhundert, die zu den schönsten der Renaissance zählt, liegt bereits wieder dicht am Loiretal. Die historischen Inneneinrichtung des Schlosses ist fast vollständig erhalten.